Kulturhauptstadt Europas

Die „Kulturhauptstadt Europas“ ist eine Initiative der Europäischen Union. Mit diesem Titel  zeichnet die Europäische Union Städte aus, die durch ihr kulturelles und kreatives Potential herausstechen und Europa in seiner Vielfalt sowie kulturellen Einheit repräsentieren und fördern. Darüber hinaus soll das Kulturhauptstadt-Konzept der langfristigen Entwicklung der jeweiligen Städte dienen.

Athen war im Jahr 1985 die erste „Kulturstadt Europas“, wie der Titel damals noch hieß. Seither wurde insgesamt 60 europäischen Städten der Titel verliehen. Die erste deutsche Kulturhauptstadt war West-Berlin 1988. Nach der Wiedervereinigung folgten Weimar 1999 und Essen mit dem Ruhrgebiet 2010. Um die 2004 und 2007 neu hinzugekommenen EU-Mitglieder möglichst schnell in die Aktion einzubinden, werden seit 2007 jährlich mindestens zwei Kulturhauptstädte ernannt. Zusätzlich können ab 2021 alle drei Jahre mögliche EU-Beitrittsländer Kulturhauptstädte stellen. Dieses Jahr sind Leeuwarden und Valletta die Kulturhauptstädte Europas 2018.

Das Europäische Parlament und der Europäische Rat haben bereits die Reihenfolge der Mitgliedstaaten festgelegt, die in den kommenden Jahren eine Kulturhauptstadt stellen werden. Im Jahr 2025 wird neben einer Stadt aus Deutschland auch eine slowenische Stadt den Titel tragen.


Das Bewerbungsverfahren zur Europäischen Kulturhauptstadt ist von der Europäischen Kommission klar vorgegeben:
Sechs Jahre vor Beginn der Veranstaltung veröffentlicht jeder der betreffenden Mitgliedstaaten eine Aufforderung zur Einreichung von Bewerbungen, die sich an alle interessierten Städte wendet.

Jede Bewerberstadt muss eine schriftliche Bewerbung („bid book“) einer europäischen Jury vorlegen. Diese Jury umfasst zehn Mitglieder, die das Europäische Parlament, den Rat der Europäischen Union, die Europäische Kommission und den Ausschuss der Regionen vertreten.

Im Rahmen einer ersten Sitzung trifft die Jury eine Auswahl an Bewerberstädten (shortlist) und lässt diesen Empfehlungen zur Überarbeitung ihrer Bewerbungen zukommen.

Die in die Vorauswahl genommenen Städte haben anschließend Zeit, ihre Bewerbung nochmals zu überarbeiten. Etwa neun bis zwölf Monate später prüft die Jury die überarbeiteten Bewerbungsschriften und tagt ein zweites Mal. In dieser zweiten Jurysitzung wird eine Bewerberstadt ausgewählt, für welche die Jury eine Empfehlung ausspricht. Auf Grundlage dieser Empfehlung ernennt jeder betroffene Mitgliedstaat die jeweilige Stadt zur Kulturhauptstadt Europas.

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Bildnachweise

  • Stadt Kassel; Foto: Kulturamt

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